Krankheitswelle im Winter: Wie Pflegedienste die Versorgung absichern
Erhalten Sie regelmäßig wertvolle Tipps und aktuelle Informationen rund um Steuern und Finanzen.
Auf einen Blick
Krankheitsbedingte Ausfälle steigen in vielen Pflegediensten besonders in den Wintermonaten deutlich an.
Eine frühzeitige Personal- und Vertretungsplanung reduziert Versorgungsrisiken.
Digitale Dienstplanung und klare Vertretungsregelungen schaffen Handlungssicherheit.
Ein strukturierter Kommunikationsplan hilft bei kurzfristigen Ausfällen.
Gesundheitsfördernde Maßnahmen können krankheitsbedingte Fehlzeiten reduzieren.
Ambulante und stationäre Einrichtungen stehen vor unterschiedlichen organisatorischen Herausforderungen.
Ein kalter Januar-Morgen: Zwei Pflegekräfte melden sich kurzfristig krank, während der Tourenplan für den Tag bereits voll ausgelastet ist. Die ersten Anrufe von Angehörigen gehen ein, weil sich Besuchszeiten verschieben. Solche Situationen gehören für viele Pflegeunternehmen im Winter leider zum Alltag. Umso wichtiger ist eine vorausschauende Planung, die Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen im Blick behält.
Warum der Winter für Pflegedienste besonders herausfordernd ist
In den Wintermonaten treffen mehrere Faktoren aufeinander:
Erkältungs- und Grippewellen führen zu höheren Ausfallquoten.
Urlaubstage aus dem Vorjahr werden teilweise noch abgebaut.
Wetterbedingungen verlängern Fahrtzeiten im ambulanten Dienst.
Die körperliche Belastung der Mitarbeitenden steigt.
Für die Geschäftsführung bedeutet dies, kurzfristig auf Personalausfälle reagieren zu müssen, ohne die Versorgungsqualität zu gefährden.
Frühzeitige Personalplanung als wichtigste Vorsorgemaßnahme
Wer erst auf Ausfälle reagiert, wenn sie bereits eingetreten sind, gerät schnell unter Druck. Erfolgreiche Pflegedienste analysieren daher bereits im Herbst:
Fehlzeiten der Vorjahre
typische Ausfallzeiträume
besonders kritische Dienstbereiche
verfügbare Vertretungskapazitäten
Auf dieser Basis können Reservekapazitäten eingeplant und Dienstpläne robuster gestaltet werden.
Vertretungskonzepte schaffen Handlungssicherheit
Ein schriftlich dokumentiertes Vertretungskonzept sollte festlegen:
Wer übernimmt welche Touren?
Welche Mitarbeitenden verfügen über Zusatzqualifikationen?
Welche Tätigkeiten können priorisiert werden?
Wer informiert Klienten, Angehörige und Kostenträger?
Je klarer die Prozesse definiert sind, desto geringer ist der organisatorische Aufwand im Ernstfall.
Besonderheiten im ambulanten Pflegedienst
Ambulante Dienste stehen vor zusätzlichen Herausforderungen:
Fahrzeiten verlängern sich bei winterlichen Wetterbedingungen.
Touren müssen kurzfristig umgeplant werden.
Mitarbeitende benötigen Ortskenntnisse für verschiedene Vertretungsgebiete.
Kunden erwarten trotz Personalengpässen zuverlässige Besuchszeiten.
Bewährt hat sich die Gliederung von Einsatzgebieten in Vertretungsbezirke, damit Mitarbeitende bei Ausfällen schneller übernehmen können.
Besonderheiten in stationären Einrichtungen
Stationäre Pflegeeinrichtungen müssen die Versorgung rund um die Uhr sicherstellen. Besonders relevant sind:
ausreichend Springerkräfte
flexible Schichtmodelle
klare Notfallpläne
transparente Kommunikation mit Bewohnern und Angehörigen
Hier kann bereits der Ausfall weniger Mitarbeitender einen erheblichen Einfluss auf die Dienstplanung haben.
Gesundheitsförderung als langfristige Strategie
Die wirksamste Vertretung ist oft die Vermeidung von Ausfällen. Pflegeunternehmen können beispielsweise unterstützen durch:
Impfangebote über Betriebsärzte
ergonomische Arbeitsplätze
Schulungen zum Gesundheitsmanagement
ausreichende Erholungszeiten zwischen Diensten
Angebote zur Stressprävention
Neben dem gesundheitlichen Nutzen kann dies auch die Mitarbeiterbindung stärken.
Beispiel aus der Praxis
Ein ambulanter Pflegedienst beschäftigt 25 Mitarbeitende.
Im Vorjahr fielen während einer starken Erkältungswelle durchschnittlich 4 Mitarbeitende gleichzeitig aus.
Der Dienst plant deshalb für die Wintermonate:
2 flexibel einsetzbare Springerkräfte
feste Vertretungsregelungen für alle Touren
digitale Umplanungsmöglichkeiten über die Dienstplan-Software
Dadurch können selbst bei mehreren gleichzeitigen Ausfällen die meisten Touren ohne Fremdpersonal besetzt werden.
Praxis-Checkliste
☐ Fehlzeiten der letzten Wintermonate ausgewertet
☐ Vertretungskonzept schriftlich dokumentiert
☐ Ersatzkapazitäten eingeplant
☐ Notfallkontakte aktualisiert
☐ Kommunikationswege für kurzfristige Ausfälle definiert
☐ Touren und Schichten auf Vertretbarkeit geprüft
☐ Gesundheitsfördernde Maßnahmen angeboten
☐ Mitarbeitende zu Vertretungsregelungen informiert
Referenztabelle
Bereich | Empfehlenswerte Maßnahme |
|---|---|
Personalplanung | Analyse der Vorjahresausfälle |
Dienstplanung | Springer- und Reservekapazitäten |
Kommunikation | Sofortige Information aller Beteiligten |
Ambulante Pflege | Vertretungsbezirke definieren |
Stationäre Pflege | Notfall- und Schichtkonzepte festlegen |
Gesundheitsmanagement | Präventions- und Impfangebote fördern |
Fazit
Krankheitswellen im Winter lassen sich nicht vollständig vermeiden. Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen können ihre Auswirkungen jedoch deutlich reduzieren. Entscheidend sind eine vorausschauende Personalplanung, klare Vertretungsregelungen und funktionierende Kommunikationsprozesse. Wer bereits vor Beginn der Erkältungssaison vorbereitet ist, kann die Versorgung der Pflegebedürftigen auch in belasteten Zeiten zuverlässig sicherstellen.
Hinweis: Die optimale Ausgestaltung von Personal- und Organisationsstrukturen hängt von den individuellen Rahmenbedingungen des jeweiligen Pflegeunternehmens ab und sollte bei Bedarf gemeinsam mit den zuständigen Fachberatern geprüft werden.
- Steuerliche Gestaltungsberatung
- Steuerliche Beratung im Bereich Unternehmensumwandlungen
- Steuerliche Beratung im Bereich Nachfolgeregelungen
- Wirtschaftsprüfung - Jahresabschlussprüfung
- Unternehmensbewertung